Publizieren im Web

Erstellen von HTML-Dokumenten

HTML-Eingabe mit einem Texteditor

HTML-Dateien sind reine Textdateien, kommen sogar mit dem 7-Bit-ASCII-Code aus und können deshalb mit jedem normalen - gewohnten - Texteditor erstellt werden, wie z.B. dem vi unter Unix. Um die HTML-Tags und -Entities leichter eingeben zu können, empfiehlt sich irgend eine Methode, einige der am häufigsten benutzten Tags auf Tasten zu legen (Tastaturmakros).

Meine Methode dazu: In den X-Ressourcen (für die Arbeit unter X.11) "Translations" für xterm unter einem Anwendungsnamen wie etwa HTMLterm setzen, den X-Terminal-Emulator starten mit xterm -name HTMLterm &, in dessen Fenster Editor starten (nicht Emacs), plus Tastaturschablone. Die X-Ressourcen stehen gewöhnlich in einer Datei .Xdefaults im Home-Directory (X-Server und X-Clients auf/von der eigenen Workstation) oder in .Xresources und werden z.B. mit xrdb -load .Xresources auf den X-Server (etwa X-Terminal) geladen. Hier folgt meine Beispieldatei, die die Entities für die Umlaute und einige Tags auf die Tasten F1 bis F14 - mit Shift- und teils Control-Kombination - legt.

HTML-Editoren

Es gibt mittlerweile zahlreiche spezielle HTML-Editoren für die Plattformen MS-Windows, Macintoshund X.11. Eine Übersicht findet sich auf der Tools-Seite des W3-Projektes, eine weitere - nach Plattformen gegliedert - von Tom Magliery: Mag's Big List of HTML Editors.

Mit HTML-Editoren können die Tags meist über Buttons und/oder Pull-Down-Menues abgerufen werden, häufig so, daß ein öffnendes und schließendes Tag gleichzeitig erzeugt werden. Teils werden diese als Auszeichnung für einen vorher markierten Textteil eingesetzt, teils müssen sie zuerst abgerufen werden, dann der Inhalt des entsprechenden Elementes eingegeben werden; zur Unterstützung wird die Schreibmarke schon an die entsprechende Stelle positioniert. Meist gibt es eine Preview-Funktion - entweder vom Editor selbst oder der Form, daß ein WWW-Browser zur Darstellung des editierten Dokumentes aufgerufen wird.

Achtung: Selbst wenn solche HTML-Editoren zum Teil syntaktische Elemente von HTML vorgeben oder die Verwendung anderer überprüfen, erspart - nach meiner Erfahrung - die Benutzung eines solchen Werkzeuges nicht die Kenntnis von HTML!

Viele HTML-Editoren werden als WYSIWIG (what you see is what you get angekündigt; oft werden von diesen Programmen verschiedene Elemente mit Hervorhebungen u.ä. dargestellt in ähnlicher Art, wie es WWW-Browser machen. Trotzdem ist das what you get Unsinn im Kontext von HTML, da dies ja von dem verwendeten Browser abhängt.

Im folgenden möchte ich einige HTML-Editoren kurz vorstellen.

HTMLed unter MS-Windows

Beschreibung, typisches Editor-Fenster von HTMLed.

HoTMetaL unter X.11 oder MS-Windows

HoTMetaL (freie Version) und HoTMetaL Pro (Produkt) stammen von SoftQuad. Die folgenden Beispielfenster wurden auf Sun/Sparc mit Solaris 2.3 und OpenWindows erstellt:
  • Editor-Fenster
  • Insert Element-Fenster
  • HoTMetaL hat in der Normaleinstellung ein sehr strikte Syntaxprüfung (erwartet ein schließendes Tag auch bei den HTML-Elementen, bei denen es in der Sprachdefinition garnicht vorgesehen ist). Das Programm erfordert ein leistungsfähige Hardware für eine befriedigende Performance.

    HTML Editor für Macintosh

    Beschreibung, typisches HTML Editor-Fenster (beim Editieren dieses Dokumentes).
    Teilweise WYSIWIG, aber mit Aussetzern beim Copy/Paste und bei Umlauten. Das User Tags-Fenster ermöglicht eigene Erweiterungen, die aber schon so wichtige Tags wie <LI> und <BR> einschließen.

    tkHTML für Unix mit X.11

    Ältere Version setzte die Installation von TCL/TK (eine Skriptsprache plus Toolkit unter X.11) voraus; läuft z.B. unter Linux.
    Beschreibung, Editor-Fenster und Preview-Fenster von tkHTML.
    Aktuelle Version liegt in fertigen Binaries vor u.a. für Solaris und Linux auf ftp.ssc.com.

    Einige neuere kommerzielle Produkte

    Freies Produkt (Sponsor America Online):

    Konverter von anderen Textverarbeitungssystemen nach HTML

    Eine reichhaltige Übersicht über Word-Processor-Filter gibt es auf dem Server des W3-Konsortiums.

    Latex2HTML

    Latex2HTML erzeugt ein Netz von verknüpften HTML-Dokumenten aus einer LaTeX-Quelle. Die Ebene, bis zu der einzelne HTML-Dokumente erzeugt werden sollen, (Chapter, Section, Subsection usw.) ist wählbar. Tabellen und mathematische Gleichungen, für die es in HTML (Version 2.0) keine Entsprechung gibt, werden mit LaTeX gesetzt und aus dem DVI-Output in mehreren Zwischenschritten zu Inline-Images im GIF-Format verwandelt.

    Software-Voraussetzungen für eine volle Installation unter Unix:

  • Perl 4.036 (latex2html ist ein Perl-Programm),
  • LaTeX - zur Übersetzung der LaTeX-Sourcen mit Tabellen etc.,
  • dvips - zur Wandlung nach Postscript,
  • ghostscript - zur Wandlung von Postscript nach PBM,
  • das pbmplus-Paket - für die Wandlung PBM nach GIF,
  • evtl. das Programm giftrans zur Erzeugung einer transparenten (statt weißen) Hintergrundfarbe.
  • Hier ein Link zur ausführlichen Beschreibung und Bezugsquelle der Software. Dort gibt es auch einige Beispiele von mit Latex2HTML erstellten Dokumenten. Hier nur zwei:
  • Ein von mir mit latex2html erstelltes Kursmaterial,
  • ein ganzes Buch über das Internet.
  • Internet Assistant von Microsoft

    Erweiterung plus Konvertierer für Word für Windows. Ermöglicht Save as.... HTML. Information soll hier verfügbar sein.

    Das Self extracting Archive WORDIA.EXE gibt es jetzt auch bei uns.

    Meine persönliche Erfahrung: Ich - wie viele andere - habe Word nicht richtig gelernt und erzeuge das Layout nach der Methode - hier einen Button drücken, dort ein Menü rollen; aus "lausigen" Word-Dokumenten werden aber noch lausigere HTML-Dokumente: keine logische Strukturierung mit Überschriften und Listen, viel physikalische Hervorhebungen. Aber auch wenn eine Nachbearbeitung notwendig ist, kann die automatische Konvertierung einige Arbeit ersparen.


    Bernd Cappel, 24.4.1995
    Erstellt für eine Lehrveranstaltung des URZ der HHU im Sommersemester 1995
    Zuletzt geändert: 15.5.1996